Aktuelles:
2000-01-12
Digitale Kommunikation für Sicherheitskräfte auf La Palma
und El Hierro
In den
kommenden Monaten werden die Sicherheits- und Notfallkräfte der
kanaren Inseln La Palma und El Hierro mit einem Digitalem Datennetz
verbunden. Polizei, Guardia Civil und Rettungsdienste sind dann in der
Lage über ein einheitliches Netz zu kommunizieren. Damit sind es
die ersten der kanarischen Inseln die über som ein System verfügen
werden. In der Vergangenheit ist es häufig zu Verzögerungen
im Alarmfall gekommen, da jede Einheit ihr eigenes Kommunikationssystem
hatte.
[Nachricht
vom 2000-10-29] Experten erwarten der Kanaren-Insel La Palma
Madrid (dpa) - Für die einen ist es nur eine Frage der Zeit, dass
die kanarische Insel La Palma im Atlantik versinkt. Für die anderen
sind solche Prognosen reine Panikmache. Britische Wissenschaftler
gehen davon aus, dass das Eiland auf einem unstabilen, vulkanischen
Sockel fußt, eines Tages in zwei Teile auseinander bricht und in
sich
zusammenfällt. Billionen Tonnen von Felsen würden ins Meer
stürzen
und eine riesige Welle von 560 Meter Höhe auslösen.
Die Welle wird sich nach den Berechnungen der Experten mit einer
Geschwindigkeit von 720 Stundenkilometern ausbreiten, über die
anderen Kanarischen Insel hinwegschwappen und sogar die Ostküste
der
USA erreichen. Dort werde das Meerwasser bis zu 20 Kilometer weit auf
das Festland vordringen. Für die Wissenschaftler vom University
College in London ist es unvermeidbar, dass La Palma untergeht. Die
Frage sei nur wann. «Die Katastrophe kann in zehn Jahren passieren
oder auch erst in vielen Jahrzehnten», sagte der Geologe Simon
Day
der Zeitung «El Mundo».
Auf den Kanaren löste diese düstere Prognosen helle Empörung
aus.
«Das sind Dummheiten, die jeder Grundlage entbehren», meinte
der
spanische Experte Telesforo Bravo und witzelte: «Vielleicht sollte
ich mir ein Surfbrett kaufen, um auf der Riesenwelle zu surfen.»
Sein
Kollege Juan Carlos Carracedo hielt Day vor, es nur auf Schlagzeilen
abgesehen zu haben. «Es stimmt, dass La Palma eines Tages
zusammenbrechen wird. Aber wir haben es hier mit geologischen
Prozessen zu tun, die sich in Zeiträumen von Millionen von Jahren
abspielen.»
Die Behörden der Insel mit 80 000 Einwohnern sind besonders erbost
darüber, dass der britische TV-Sender BBC über die Prophezeiungen
berichtete. Eine Londoner Zeitung bildete gar eine Skizze der bis zur
Nase unter Wasser stehenden Freiheitsstatue in New York ab. «Wir
werben für La Palma als eine ruhige Ferieninsel, und nun kommt
uns
dies dazwischen», beschwerte sich der Tourismus-Sekretär Juan
de la
Barreda. «Solche Berichte können unsere Arbeit der letzten
Jahre
zunichte machen.»
Day schränkte mittlerweile ein, dass er niemandem von einer Reise
nach La Palma abraten wolle. Der Brite und sein Team stützen ihre
Annahmen von einem Einsturz der Insel darauf, dass der relativ kleine
Sockel auf Dauer das Gewicht La Palmas nicht tragen könne. Das
Eiland
ist nur 720 Quadratkilometer groß, ragt aber bis zu 2 426 Meter
empor. Der Einsturz könnte ausgelöst werden durch unterirdische,
vulkanische Verschiebungen oder durch Ausbrüche des La Palma-Vulkans
Cumbre Vieja. Der Vulkan war in den vergangenen 500 Jahren sieben Mal
ausgebrochen, zuletzt 1949 und 1971. «Wir glauben jedoch nicht,
dass
der Vulkan Cumbre Vieja noch in diesem Jahrhundert ausbricht»,
erläutert Day. «Es gibt absolut keinen Grund, eine Reise nach
La
Palma abzusagen.»
Die Gefahr eines Zusammenbrechens der Insel sei dennoch größer
als
die Wahrscheinlichkeit des Absturzes eines Asteroiden, sagte Day der
Zeitung «El Mundo». «Eine solche Katastrophe würde
auch Menschen am
anderen Ende des Ozeans bedrohen, die noch nie von La Palma gehört
haben.» Er riet, für die Kanarischen Inseln und die Küstenregionen
des Atlantiks Evakuierungspläne vorzubereiten. Sein Kollege,
Professor Bill McGuire, meinte: «Vielleicht hält der Cumbre
Vieja
noch einige Eruptionen aus, ohne dass die Insel versinkt. Jedenfalls
würde ich, wenn ich in Miami oder New York leben und von einem
Vulkanausbruch auf La Palma hören würde, die Nachrichten genauestens
verfolgen.»
[Quellenangabe:dpa]